Vertrauen entsteht nicht durch einen einzelnen PR-Stunt, sondern durch viele kleine, konsistente Beweise über Zeit. Genau deshalb ist PR (Public Relations) in den letzten Jahren wieder zur zentralen Disziplin geworden: Menschen, Medien und Stakeholder prüfen Aussagen strenger, vergleichen schneller, und KI-gestützte Inhalte machen es zusätzlich schwerer, Echtes von Gemachtem zu unterscheiden. Wer heute Vertrauen will, braucht eine Kommunikationsstrategie, die glaubwürdig, überprüfbar und anschlussfähig ist.
PR wirkt dort, wo klassische Werbung an Grenzen stößt: bei Glaubwürdigkeit. Werbung darf überzeugend sein, sie wird aber als interessengeleitet gelesen. PR setzt dagegen auf Beziehungsarbeit, Relevanz und unabhängige Bestätigung (zum Beispiel durch Medienberichte, Expert:innenstatements, Rankings, Awards, Verbände, NGOs oder Community-Feedback).
Ein hilfreicher Realitätscheck: Laut dem Edelman Trust Barometer (jährliche internationale Studie) wird Vertrauen stark davon beeinflusst, ob Organisationen kompetent wirken, ehrlich kommunizieren und Verantwortung übernehmen. PR kann genau diese Signale systematisch aufbauen, wenn sie strategisch gedacht wird.
PR ist nicht nur „Pressearbeit“. Moderne Public Relations umfasst alles, was die Beziehung zwischen Organisation und Öffentlichkeit stärkt, zum Beispiel:
Wichtig: PR ist kein „Schönreden“. Die Aufgabe ist, Wahrheit, Kontext und Nutzen so zu kommunizieren, dass unterschiedliche Zielgruppen euch verstehen und einordnen können.
Vertrauen wirkt abstrakt, lässt sich aber sehr konkret planen. Ein praxistaugliches Modell sind fünf Bausteine, die in jeder starken PR-Strategie vorkommen.
| Vertrauens-Baustein | Was es bedeutet | Was ihr in PR konkret tun könnt |
|---|---|---|
| Klarheit | Man versteht sofort, wofür ihr steht | Message-Architektur, klare Kernbotschaften, konsistente Begriffe |
| Kompetenz | Ihr liefert nachweislich gute Arbeit | Cases, Daten, Expert:innen, Studienbezug, belastbare Fakten |
| Konsistenz | Aussagen passen über Kanäle und Zeit zusammen | Redaktionsplanung, Freigabeprozesse, einheitlicher Sprachstil |
| Kundennähe | Ihr versteht echte Bedürfnisse | Listening, Community-Dialog, FAQs, Service-Kommunikation |
| Integrität | Ihr handelt verantwortlich und transparent | Fehlerkultur, klare Standards, glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation |
Wenn einer dieser Punkte fehlt, wird Vertrauen fragil. Wenn alle fünf zusammenspielen, wird Vertrauen robust, auch in Gegenwind-Phasen.
Der häufigste Fehler ist, PR erst zu starten, wenn „etwas raus muss“. Vertrauen entsteht besser, wenn ihr PR wie ein System denkt.
Bevor ihr Geschichten erzählt, braucht ihr Orientierung:
Das Ergebnis ist eine Themenlandkarte (zum Beispiel Expertise-Themen, Produktnutzen, Arbeitgeberthemen, Verantwortungsthemen) plus Prioritäten.
Vertrauen entsteht durch Nachweise. Gute PR übersetzt eure Stärken in überprüfbare Belege:
Gerade bei Nachhaltigkeit gilt: Wer zu groß formuliert, riskiert Greenwashing-Vorwürfe. In der EU ist das Thema zudem regulatorisch im Fokus, unter anderem durch die Richtlinie zu unlauteren Geschäftspraktiken und die laufende Verschärfung rund um „Green Claims“. PR sollte hier besonders präzise sein.
Vertrauen wächst, wenn Inhalte für andere nützlich sind. Ein bewährtes Muster:
Datenbasiertes Storytelling funktioniert besonders gut, wenn Zahlen nicht „Deko“ sind, sondern echte Orientierung geben. (Wenn euch die Verzahnung von Kanälen interessiert: REICHLUNDPARTNER hat dazu auch einen eigenen Beitrag über hybride Kommunikation veröffentlicht.)
Medienarbeit ist Vertrauensarbeit. Das bedeutet in der Praxis:
Parallel dazu lohnt sich Community-PR: LinkedIn-Diskussionen, Branchenforen, Events, Panels. Vertrauen entsteht oft dort, wo Menschen Rückfragen stellen dürfen.
Krisen zerstören Vertrauen vor allem dann, wenn Unternehmen überrascht, widersprüchlich oder ausweichend wirken. Krisenprävention in PR heißt:
So wird aus „Reaktion“ echte Handlungsfähigkeit.

Viele Teams denken in „online vs. offline“. Vertrauensaufbau funktioniert besser mit einer Logik nach Wirkung:
Der entscheidende Punkt: Vertrauen entsteht, wenn diese Kanäle dieselbe Geschichte mit denselben Belegen erzählen, angepasst an Format und Zielgruppe.
„Vertrauen“ ist ein Gefühl, aber es hinterlässt messbare Spuren. Sinnvoll ist eine Mischung aus Qualitäts- und Wirkungsmessung.
| Messbereich | Was ihr messen könnt | Warum es ein Vertrauenssignal ist |
|---|---|---|
| Medienqualität | Tonalität, Themenpassung, Zitierquote, Platzierung | Nicht jede Erwähnung zahlt auf Glaubwürdigkeit ein |
| Share of Voice mit Kontext | Anteil an relevanten Debatten (nicht nur Menge) | Sichtbarkeit in den richtigen Themenfeldern stärkt Autorität |
| Message Pull-through | Werden eure Kernbotschaften korrekt übernommen? | Vertrauen braucht Klarheit und Konsistenz |
| Such- und Nachfrage-Signale | Brand Search, Direktzugriffe, Newsletter-Opt-ins | Menschen suchen aktiv nach euch, statt zufällig zu stolpern |
| Recruiting-Indikatoren | Qualität der Bewerbungen, Rückfragen, Empfehlungsrate | Reputation wirkt stark auf Arbeitgeberattraktivität |
Wichtig: Metriken sind nur dann wertvoll, wenn ihr sie mit einem Ziel verknüpft (z. B. „Themenführerschaft im Segment X“ oder „Vertrauen nach Krisenereignis stabilisieren“).
Ein paar Stolpersteine sieht man in der Praxis immer wieder:
Gute PR ist hier oft weniger spektakulär, dafür deutlich wirksamer: klare Aussagen, klare Fakten, klare Haltung.
Wenn ihr eines (oder mehrere) dieser Ziele verfolgt, ist PR-Agentur-Support meist effizient:
Als Full-Service-Agenturgruppe begleitet REICHLUNDPARTNER genau diese Schnittstellen, von strategischer Markenpositionierung über Kreation bis PR, Social, Digital und Media, mit Teams in Wien, Linz und Graz.
Was ist der Unterschied zwischen PR und Marketing? Marketing zielt primär auf Nachfrage und Abverkauf, PR auf Beziehung, Reputation und Glaubwürdigkeit. In der Praxis arbeiten beide am besten integriert, PR liefert Vertrauen und Kontext, Marketing sorgt für Aktivierung.
Wie schnell kann PR Vertrauen aufbauen? Erste Effekte (z. B. bessere Medienresonanz, mehr qualifizierte Anfragen) sind oft in Wochen sichtbar, stabiler Vertrauensaufbau braucht meist mehrere Monate, weil Konsistenz und Wiederholung entscheidend sind.
Welche Themen eignen sich besonders für vertrauensbildende PR? Themen, die belegbar sind und Nutzen stiften, zum Beispiel Expertise, Sicherheit, Qualität, Verantwortung, Arbeitgeberkultur, Innovation mit nachvollziehbarem Kundennutzen.
Wie vermeidet man Greenwashing in der PR? Mit präzisen Aussagen, klaren Grenzen („was können wir noch nicht?“), nachvollziehbaren Daten, transparenter Methodik und einer Sprache, die nicht größer ist als der Beleg.
Muss PR immer über klassische Medien laufen? Nein. Earned Media ist stark, aber Vertrauen entsteht auch über Owned Kanäle (z. B. Blog, Newsletter), Social Dialog, Events und Stakeholder-Kommunikation. Entscheidend ist die Glaubwürdigkeit der Belege und die Konsistenz der Botschaften.
Wenn ihr PR nicht als „Presseaussendung“ denkt, sondern als System aus Positionierung, Belegen, Storytelling und Beziehungen, wird Vertrauen planbar.
Wenn ihr dabei Unterstützung wollt, zum Beispiel beim Schärfen eurer Kernbotschaften, beim Aufbau eines PR-Themenplans oder bei Krisenvorbereitung, findet ihr REICHLUNDPARTNER hier: reichlundpartner.com. Für einen Einblick in den kanalübergreifenden Ansatz lohnt sich auch der Beitrag zur hybriden Kommunikation.